Mich kann einfach keiner halten,
ich bin 20,
wohn wieder mal 'Zuhause',
hab nur mit Ihnen Stress.
Ich frag mich wann es aufhört,
dieses schreien in meinem Kopf,
in meiner Seele,
es fickt mich,
es macht mir Angst,
ich mach mir Angst,
am liebsten würd ich rennen,
egal wohin,
einfach rennen,
ganz weit WEG!

Weglaufen wird dir nicht helfen, Dani, denn der Kampf der dich so zermürbt und erschöpft findet, wie du schon selbst festgestellt hast, nicht dort draußen statt. Es ist nicht ein Kampf gegen die Welt um dich herum sondern ein Kampf in dir selbst gegen dich selbst. Wohin auch immer du rennen könntest - du würdest diesen Konflikt immer mit dir nehmen. In dir tobt ein Krieg zwischen dem was du denkst zu sein und dem was du wirklich bist. Uns wird von Kindheit an fortwährend erzählt wer wir sind, was wir sind und wie wir zu sein haben. Mit zunehmendem Alter verirren wir uns, aus Mangel an Impulsen die dieser Idee entgegen wirken, immer mehr in der fälschlichen Annahme dieses geformte Konstrukt wären tatsächlich wir und wir verinnerlichen die Idee, das es alles sei was wir sein können...

...und für sehr viele Menschen ist und wird genau diese eingeimpfte Betrachtungsweise die Grenze sein die sie nicht überschreiten können, denn sie wissen weder das sie da ist noch hätten sie in ihrem gegenwärtigen Zustand die Mittel um diesen Versuch zu unternehmen.
Manche Menschen allerdings durchleben lange Phasen oder auch nur kurze Momente von solcher Intensität, dass sie unterbewusst beginnen sich an ihr wahres Wesen zu erinnern ohne es jedoch wirklich erfassen zu können. Ein Gefühl von Wahnsinn oder multipler Persönlichkeit kann die Folge sein. Die Angst die du verspürst ist die Angst deines Verstandes vor dem was in dir zu irgendeinem Zeitpunkt aus irgendeinem Grund erwacht ist, weil dieser Teil gewisse Ansprüche auf andere Teile von dir stellt, die der Verstand nicht gewillt ist abzutreten. Sie mag unangenehm sein aber sie ist nicht dein Feind. Sei dir bewusst das die Angst die du spürst das Resultat einer Prägung ist. Genauso wie es Trauer, Schmerz, Einsamkeit und all die anderen emotionalen Zustände sind, die wir gelernt haben als negativ zu betrachten und daraus folgend gerne ignorieren oder durch die sinnlosesten Methoden der Ablenkung so weit wie möglich von uns fort schieben. In Wirklichkeit sind es Signale. Ampeln die auf gelb stehen. Sie sagen dir das etwas nicht stimmt oder das etwas deine Aufmerksamkeit verlangt.
Der Punkt an dem du stehst ist dort wo du lernen kannst aktiv zu entscheiden wie dein seelisches Befinden von deinen Emotionen und wie deine Emotionen von deiner Umwelt beeinflusst werden, während die meisten Menschen ein Spielball ihrer Emotionen und damit ein Spielball ihrer Umwelt sind.
Du brauchst Zeit